Buchstaben, aber ja!
WAZ Witten, 06.05.2010, Alexandra Trudslev
Einige haben ein Kuscheltier auf dem Schoß, andere wippen ununterbrochen mit dem Fuß: So ein Lesewettbewerb ist eben nichts für schwache Nerven. Zum fünften Mal traten die besten Vorleser der vierten Schulklassen gegeneinander an.
Auffällig: Unter den Titelanwärtern gab es in diesem Jahr einen deutlichen Mädchenüberschuss.
In der Jugendbücherei stellten sich die zwölf Vorleser – neun Mädchen und drei Jungs – einer fachkundigen Jury, die die ersten drei Plätze zu ermitteln hatte. In der Jury saß unter anderem Irene Förster, Leiterin der Kinder- und Jugendbücherei. Eingeladen hatten Lions Club und Rotary Club Witten. Beide Wohltätigkeits-Organisationen haben sich der Förderung der Lesefähigkeit als gesellschaftlich wichtige Aufgabe angenommen. Laut „Stiftung Lesen“
zeigte sich im Jahr 2008 bereits, dass nur jede vierte Deutsche überhaupt liest. Zu oft heißt es: Buchstaben, nein danke!
Umso erfreulicher, dass beim diesjährigen Lesewettbewerb über 100 Schüler aus 16 Grundschulen teilgenommen haben. In der Endausscheidung sollten die zwölf Besten gegeneinander antreten. Drei Minuten lasen sie aus ihren eigenen Büchern – ein Wiederhören mit Astrid Lindgren, Cornelia Funke und Joanne K. Rowling – und später standen fremde Texte an. Mit Bravour zeigten die Schüler, dass sie nicht nur fehlerfrei, sondern auch mit Rollenstimmen lesen können. Gewonnen haben übrigens: Bianca Böhle (1.), Laura Moes (2.) und Lukas Reusch (3.). – im Grunde aber alle, die gerne lesen.

Michael Teubner