Nierenversagen
Da denkt man an nichts Böses am frühen Morgen und schwupps bringt einem Freund Koch das drohende Nierenversagen auf den Teller, bzw. ins Gedächtnis. Aus der WAZ Witten
In den letzten 15 Jahren hat sich die Anzahl der Menschen mit Nierenversagen verdoppelt. Die Aktionswoche der Deutschen Nierenstiftung vom 13. bis zum 20. März steht unter dem Motto „Damit die Nieren länger funktionieren: ich mach’ den Blutzucker-Check!" Die Nieren sind ebenso durch eine Durchblutungsstörung gefährdet wie das Herz bei einem Infarkt und das Gehirn bei einem Schlaganfall.
Klassische Risikofaktoren sind Übergewicht, Nikotin, er höhte Blutfettwerte und Bewegungsmangel. An erster Stelle steht jedoch der Altersdiabetes. 40 Prozent aller Diabetiker entwickeln im Laufe ihres Lebens eine schwere Nierenerkrankung.
Dr. Michael Koch aus der Gemeinschaftspraxis an der Ardeystraße rät, sich regelmäßig vom Hausarzt untersuchen zu lassen: „Unser Auto bringen wir einmal im Jahr in die Inspektion. Aber sich selbst lässt man nur selten checken", sagt der Internist. Wenn eine Zuckererkrankung diagnostiziert werde, solle auch ein Nierenspezialist (Nephrologe) hinzugezogen werden. Denn im Endstadium einer schweren Nierenerkrankung sei eine Dialysebehandlung lebensnotwendig. In Deutschland werden zurzeit über 90 000 Menschen mit einer Nierenersatztherapie versorgt. Das Tückische bei die-
sem Krankheitsverlauf sei es, dass die ersten Symptome nicht wahrgenommen würden. Weder hoher Blutzucker noch hoher Blutdruck verursachten zunächst Schmerzen.
„Unser heutiger Lebensstil fördert leider die Entstehung von Diabetes: fehlende Bewegung, Übergewicht und falsches Essen", sagt Koch, der nicht als Mahner verstanden werden will. „Mir liegt es am Herzen, dass sich die Men schen einmal im Jahr beim
Hausarzt vorstellen." mp
Internist Dr. Michael Koch betreut
Dialyse-Patienten. Foto: H. Müller

Michael Teubner